07.05.2020

Zwischenbericht 1. Quartal 2020: Zufriedenstellende Entwicklung trotz Coronakrise

Der dänische Elektronikriese GPV blickt trotz der weltweiten Coronakrise zufrieden auf das erste Quartal 2020 zurück. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal verzeichnet das Unternehmen geringfügige Umsatzeinbußen, unter dem Strich jedoch eine marginale Steigerung. Die Prognose für das gesamte Jahr wird weiterhin ausgesetzt.

GPV, der größte Elektronikhersteller Dänemarks, der sich im Besitz des Industriekonglomerats Schouw & Co. mit Sitz in der dänischen Stadt Aarhus befindet, hat die Coronakrise bisher gut gemeistert. Das Unternehmen setzte im ersten Quartal 2020 690 Mio. DKK um gegenüber 718 Mio. DKK im entsprechenden Vorjahresquartal. Das entspricht einem Rückgang um 6 Prozent. Demgegenüber erzielten die Erträge (EBITDA) im gleichen Zeitraum eine geringfügige Steigerung auf 46 Mio. DKK und damit das bisher beste Ergebnis im ersten Quartal:

„Zu Jahresbeginn waren wir uns schon darüber im Klaren, dass 2020 im Vergleich zu den Vorjahren anders verlaufen würde. Die Weltwirtschaft war über etliche Jahre hinweg kontinuierlich gewachsen und Vieles deutete auf eine bevorstehende Wende hin. Diese hat sich nun mit aller Deutlichkeit eingestellt, jedoch aus Gründen, deren Tragweite wir Anfang Januar nicht kannten,“ führt Bo Lybæk, CEO der GPV, aus und setzt fort:

„Nach dem ersten Quartal wissen wir einiges mehr über das Ausmaß und die Tiefe der Krise und haben den ersten Teil der Krise vorläufig recht gut überstanden. Im Umsatz haben wir geringfügige Einbußen hinnehmen müssen, jedoch unter anderem aufgrund eines soliden Kostenmanagements unter dem Strich stabile Gewinne und einen hohen Cashflow erwirtschaftet.

Die Coronakrise trifft das Unternehmen zu einem Zeitpunkt, in dem es weiterhin Synergieeffekte aus der Übernahme des schweizerischen Elektronik- und Kabelkonfektionierungsunternehmens CCS erntet, das Ende 2018 akquiriert worden war. Die GPV hat ihren freien Cashflow in Höhe von 90 Mio. DKK im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum markant verbessern können, unter anderem durch die kontinuierliche Herabsetzung ihres Betriebskapitals von 856 Mio. DKK auf 720 Mio. DKK in den vergangenen zwölf Monaten.

Alle 13 Produktionsstandorte im grünen Bereich
Die GPV verfügt in Dänemark, der Schweiz, China, Thailand, Sri Lanka, der Slowakei, Österreich, Deutschland und Mexiko über insgesamt 13 Produktionsstätten. An sämtlichen Standorten hat das Unternehmen umfangreiche Vorsorgemaßnahmen nach europäischen Standards eingeführt, beispielsweise einen Abstand von 2 Metern u. a. m. Aufgrund der Coronakrise war die Produktionsstätte in China über längere Zeit im Februar und bis in den März hinein geschlossen, und auch der Standort in der Schweiz, der nahe an der italienischen Grenze liegt, war kurzzeitig von der Krise betroffen. Im März und April war die Fabrik in Sri Lanka über einen kürzeren Zeitraum hinweg von einer Schließung betroffen, aber heute haben alle 13 Standorte den vollen Betrieb wieder aufgenommen.

Im Februar 2020 hat das Unternehmen eine Krisenbereitschaft eingerichtet, die dreimal wöchentlich den Status in den 13 Fabriken erfasst und bewertet. Einer der festen Messwerte war die Zahl der Mitarbeiter, die sich mit Covid-19 angesteckt haben. Diese Zahl lautet weiterhin 0:

„Wir beobachten die Situation sehr genau und informieren sowohl intern als auch extern. In wöchentlichen Updates informieren wir alle Kunden über den Status an unseren 13 Standorten, und die Produktionsstätten in China, der Schweiz und Sri Lanka waren dabei vorübergehend entweder gelb oder rot markiert. Seit einigen Wochen liegt aber alles glücklicherweise im grünen Bereich“, setzt Bo Lybæk fort.

Branchen werden unterschiedlich betroffen
Die GPV ist heute Zulieferer für eine lange Reihe sehr unterschiedlicher Branchen, und das hat sich als Vorteil erwiesen. Im Bereich der Transportindustrie sind Kunden im Baumaschinensegment besonders schwer von der Krise betroffen, während Kunden aus der Pharmaindustrie bzw. innerhalb der Medizintechnik ein markantes Wachstum erleben. In dieser Branche, der die größten Abnehmer von GPV-Produkten angehören, zeichnet sich ein eher uneinheitliches Bild ab, denn einige Industriekonzerne meistern die Herausforderungen gut, während andere schwerer betroffen sind:

„Auf die Krise bezogen sind unsere Kunden eher eine bunte Mischung. Einige verzeichnen hohe Wachstumsraten und steigern ihren Umsatz bei uns, während andere stillstehen. Wir haben den Vorteil, dass wir unsere Produktion nicht nach einigen wenigen, großen Produktgruppen und Kunden ausgerichtet haben, sondern agil sind und uns den Kunden, die aufgrund der Krise ein Wachstum erleben, schnell anpassen können“, stellt Bo Lybæk fest.

Er ergänzt, dass die GPV eine recht gute Einschätzung für das zweite und dritte Quartal hat, sich die Lage jedoch weiterhin schnell ändern kann, weshalb Aussagen zum vierten Quartal und damit auch eine Prognose für das Gesamtjahr 2020 derzeit verfrüht sind. Daher werden die bisherigen Prognosen für das Gesamtjahr, darunter die Umsatzerwartung von 2,8 Mrd. DKK sowie die Ertragsprognose (EBITDA) im Intervall 210-240 Mio. DKK vorläufig ausgesetzt:

„Obwohl wir einen recht guten Überblick über die Auswirkungen der Coronakrise haben, ist es für eine Bezifferung der bevorstehenden Nachfragekrise noch zu früh. Natürlich beobachten wir die Entwicklung genau und sind in der Lage, schnell und präzise zu reagieren“, erläutert er weiter.

Gute Voraussetzungen für langfristige Planung
Die Coronakrise stellt für die GPV und deren Eigentümer, das Industriekonglomerat Schouw & Co., zu dem weitere fünf internationale Unternehmen gehören, zwar eine Hürde dar, hält das Unternehmen jedoch nicht davon ab, sich langfristig ambitionierte Wachstumsziele vorzugeben. Das Unternehmen wird weiter in bessere Produkte und Dienstleistungen investieren und implementiert an allen Standorten derzeit ein neues Manufacturing Execution System (MES), das u. a. zur weiteren Digitalisierung von Prozessen und Ressourcenmanagement beitragen wird. Eine gleichartige Ausrichtung sämtlicher Produktionsstandorte dürfte der GPV beträchtliche Vorteile bringen:

„Als EMS-Partner etlicher großer globaler Erstausrüster besteht unsere wesentlichste Berechtigung darin, bei unseren Kunden Wachstum zu schaffen. Das bewirken wir in erster Linie durch zusätzliche Digitalisierung, und diesbezüglich sind wir in sehr vielen Bereichen bereits Vorreiter. Wir haben die besten Voraussetzungen, um langfristig Marktanteile und Kunden an einem Markt zu gewinnen, der sich im Wachstum befindet“, schließt Bo Lybæk ab.

Die GPV hat in diesem Jahr verschiedene Videosysteme erprobt, die die Zusammenarbeit mit den Kunden während der Coronakrise erleichtern. Diese Erfahrungen sind so gut, dass Bo Lybæk davon ausgeht, dass etliche von ihnen permanent eingeführt werden:

„Die Coronakrise ist zweifelsohne auch ein Augenöffner hinsichtlich der schnellen Implementierung digitaler Kooperationsformen. Das ist positiv und eine der Lehren, die wir selbstverständlich mitnehmen“, führt er abschließend aus.

Für weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte an:
Bo Lybæk, Geschäftsführer der GPV, Durchwahl +45 2128 8797.